Herderschüler lernen „real:digital“ für die Zukunft

Die Initiative „Deine Zukunft #REAL:DIGITAL“ bot in der Herderschule ein 90-minütiges Coaching für Schülergruppen der Jahrgänge 8 bis 11 an. Dabei wurde nicht nur über digitale Technologien informiert, sondern die Schülerinnen und Schüler konnten an mehreren interaktiven Arbeitsstationen selbst aktiv werden und erfahren, wie diese die Arbeitswelt verändern. Das Informations- und Mitmachangebot zur beruflichen Orientierung ist seit 2022 eine Initiative des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen.

Was ist Digitalisierung? Wo wird sie eingesetzt? Mit diesen Leitfragen eröffneten die Digi-Coaches Lisa Morath und Philipp Mertin den Workshop. Nach einem kurzen Gespräch im Plenum und einer Filmsequenz hatten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen die Möglichkeit, an acht verschiedenen Mitmachstationen Aufgaben zu lösen sowie die Funktionsweise der vorgestellten Technologien kennen zu lernen – und dies immer mit Bezug zum Einsatz in unterschiedlichen Berufsfeldern. Denn egal, ob Servicekraft oder Zahntechniker, Polizist oder Jurist – in vielen Bereichen sind digitale Verfahrensweisen bereits fundamental. Dazu gehören außer der bereits geläufigen Künstlichen Intelligenz und 3D-Scans unter anderem auch Verschlüsselung, Sensorik, Augmented Reality oder kollaborative Robotik.

Praxisbezogene Aufgaben

„Wir mussten in einem Gym Geräte verbinden, wo es Sinn macht, automatisch zu funktionieren“, erklärt Andrey aus der 8. Klasse. Sein Mitschüler Julian konkretisiert: „Zum Beispiel, dass zu bestimmten Zeiten der Raum gekühlt wird.“

Für die Herderschule hatte Andreas Loos das Projekt an Land gezogen. „Da ich ständig auf der Suche nach neuen, innovativen Start-Ups im Rahmen unseres Konzepts für Berufs- und Studienorientierung an der Herderschule bin, erfuhr ich auf einer bundesweiten Netzwerktagung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Berlin von dem Veranstalter und hatte diesen daraufhin kontaktiert.“ Seitdem hat das Projekt „Deine Zukunft #REAL:DIGITAL“ bereits dreimal an der Herderschule stattgefunden. Loos zeigt sich überzeugt, dass „die Workshops in Form des angebotenen praxisorientierten und motivierenden Stationen-Lernens eine sinnvolle Ergänzung unseres breiten Spektrums an Angeboten zur Berufs- und Studienorientierung darstellen.“

Der Neuntklässler Pavel fand es am spannendsten, Roboter zu programmieren. „Das Wichtigste an dem Projekt war für mich, herauszufinden, welche Bereiche noch digitalisiert werden können.“ Dominik Brücks als begleitender Informatik-Lehrer hob besonders die Verbindung zu seinem Fach und den Berufen, die zum Beispiel durch Encoding (Kodierung) daran anknüpfen, hervor.

Risiken der Digitalisierung

Die Arbeit mit digitalen Schlüsseltechnologien wurde jedoch nicht idealisiert. Morath und Mertin thematisierten im Rahmen der Veranstaltung auch daraus resultierende Risiken. So fielen beispielsweise Jobs wie Sprechstundenhilfen oder Programmierer weg, nennt die dreizehnjährige Helene einen grundlegenden Nachteil. Pauline weist auf Umweltschäden hin: „Durch die digitale Arbeitsweise wird extrem viel Wasser verbraucht.“

Motivation durch Gamification

„Die Schülerinnen und Schüler waren dauerhaft sehr aktiv und interessiert“, schildert Brücks, seine Beobachtungen. „Sie haben Querbezüge hergestellt sowie die Sensoren zum (teils selbst-)angeleiteten Experimentieren genutzt, etwa zum forensischen Einscannen von Gesichtern, Anlernen einer KI durch Straßenschilder und so weiter.“ Vor allem die Gamification der Lerninhalte sei ansprechend gewesen und habe die Lernenden motiviert, den gestellten Problemen auf den Grund zu gehen.

Für die Zukunft erhofft sich Initiator Loos „eine fortlaufende Kontinuität und Erweiterung des Angebots, um noch mehr unserer Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an diesen interessanten und zukunftsorientierten Workshops zu ermöglichen.“