Herderschüler erkunden die Stratosphäre

Was ist hier denn los? 

Im letzten Schuljahr haben über ein halbes Jahr 5 Schüler der Herderschule aus den Klassenstufen 7 bis 9 einen Stratosphärenflug vorbereitet. Ein Stratosphärenflug ist ein Flug einer Sonde, die mit einem mit Helium befüllten Wetterballon bis in die Stratosphäre, der zweiten Schicht der Atmosphäre, führt. Dort platzt der Ballon wegen des niedrigen Luftdrucks und die Sonde sinkt mit einem Fallschirm wieder zu Boden. Unsere Sonde war mit einer Kamera, mehreren Sensoren für Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit ausgestattet. Die genaue Route der Sonde wurde mit einem mitgeführten GPS-Tracker aufgezeichnet. Zusätzlich wurden zwei GPS-Ortungsgeräte und ein Smarttag mitgeführt, um die Sonde nach der Landung wiederzufinden und bergen zu können. Letzteres sollte sich durch einen eher glücklichen Umstand als unnötig erweisen. Dazu später mehr. 

Es geht los, oder doch nicht?

Am Freitag, dem 27.06. sollte es dann so weit sein. Leider ließen es die Wetterbedingungen an diesem Tag nicht zu. Es war sehr stark bewölkt und zudem sehr windig, was den Start unmöglich machte, denn die Bestimmungen erlauben es nicht. Zudem wäre die Sonde, so die Voraussage, an diesem Tag kurz vor Würzburg gelandet. Das Wetter sollte aber in der kommenden Woche ideal sein. Wir mussten nur sehr kurzfristig eine neue Genehmigung für den neuen Startzeitpunkt bekommen, was glücklicherweise funktioniert hat.

Nothing can stop us now

Am Dienstag, dem 01.Juli haben wir dann den Ballon vom Westhof der Herderschule feierlich steigen lassen können. In die Vorbereitung und die Durchführung des Stratosphärenflugs war viel Herzblut geflossen. So war dem Team die Spannung kurz vor dem Start anzumerken, denn es konnte viel schief gehen, zumal wir beim diesem ersten Durchgang keinerlei Erfahrungswerte vorweisen konnten. Schließlich lief alles wie am Schnürchen. Den Start haben einige duzende Schülerinnen und Schüler mitverfolgt und den Countdown mitgezählt. Folgendes Bild zeigt den Startpunkt als Luftbild. 

Das Glück der Tüchtigen 

Die Sonde konnte recht leicht bei Hörbach (Herborn) geborgen werden. Eine Frau aus Hörbach fuhr mit ihrem Sohn genau in dem Moment an dem Zielort vorbei, als die Sonde an ihrem Fallschirm neben der Straße herunterschwebte. Ihrem findigen Sohn fiel die Sonde auf. So hielten sie an und riefen die Kontaktperson an. Die Kontaktdaten standen schließlich auf mehreren Schildern, die an der Sonde angebracht waren. Das Bergungsteam befand sich bereits ganz in der Nähe und holte die Sonde am vereinbarten Treffpunkt kurze Zeit später ab. Besonderen Dank gilt der Kollegin Katharina Pralle, die am Abend vorher erst von der Spanienfahrt zurückgekommen ist und sich trotz Erkältung dem Bergungsteam angeschlossen hat und uns sicher hin und zurückgebracht hat. 

 

Vom Start bis zur Landung