Zeitzeugen aus Fukushima berichten an der Herderschule Gießen über ihr Leben und ihren Kampf um ihre verlorene Heimat

Erst 7 Jahre ist es her, dass die Welt (wieder einmal) den Atem angehalten hat. Damals waren die meisten der Schülerinnen und Schüler gerade 7 Jahre alt, wurden gerade erst eingeschult. Und sie werden schon lange tot sein, wenn man in Fukushima wieder ohne Angst leben kann. Für viele der Zuhörerinnen und Zuhörer dürfte der Bericht der Zeitzeugen daher wie die Handlung aus einem Endzeitfilm aus den Hollywoodstudios geklungen haben. Entsprechend ernst waren die Blicke der Ethik- und Religionskurse, die den Berichten betroffen lauschten. Und entsprechend engagiert waren die Rückfragen an die berichtenden Gäste.

Fukushima, das ist für viele der Inbegriff unzuverlässiger und verantwortungsloser Energiepolitik, die den Fokus auf finanzielle Erfolge legt und dabei den Menschen aus dem Blick verloren hat. Fukushima ist aber auch der Inbegriff für die ersten Schritte der Energiewende in Deutschland, den konsequenten Ausstieg aus der Atomenergie. Ein Schritt, der in Japan noch weit entfernt sei, so unantastbar sei dort die Kernenergie, so die japanischen Gäste. Dies würde vor allem daran deutlich werden, dass, trotz des erhöhten Aufkommens an Krebserkrankungen in dieser Region, die Kernreaktoren wieder hoch gefahren würden und der Staat so tun würde, als habe es nie eine Reaktorkatastrophe gegeben, obwohl die von den Wassermassen zerborstenen Schutzmauern noch immer wie Mahnmale das Stadtbild prägen. Mahnend und warnend, aber auch anrührend und persönlich waren die Vorträge der Gäste. Und manch ein Schüler dürfte sich zur Verantwortung aufgefordert und bestärkt gefühlt haben, als die Gäste die Meinungs- und Redefreiheit an deutschen Schulen lobten und damit einforderten, rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst mit unserer Zukunft umzugehen.

Der Zeitzeugenbericht aus Fukushima ist Teil einer Veranstaltungsreihe des Zentrums Oekumene der EKHN & EKKW, Frankfurt und wurde durch Dr. Martin Repp initiiert. An die Herderschule wurden die Gäste unter Federführung von Matthias Henkel eingeladen und gemeinsam mit Jan Weimann und anderen Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Religion und Ethik wurde die Veranstaltung organisiert.

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