Wenn Schüler zu Wölfen werden

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Kennst du deine Mitmenschen? Zu was bist du fähig? Und wirst auch du zum Wolf? Mit diesen Fragen wurden die Zuschauer des Theaterstücks „Homo homini lupus! Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“  in der Herderschule konfrontiert.

Plötzlich und scheinbar ohne Grund befindet sich eine Gruppe von Schülern eingesperrt im Klassenraum. Die Charaktere sind vielseitig, der Choleriker Finn und der Angeber Kevin spiegeln die alltägliche Heterogenität einer ganz normalen Klassen ebenso wider wie das Mobbingopfer August und die stille Jana. Gemeinsam müssen sie sich der neuen Situation stellen.

Schnell zeigt sich, dass die Schüler überfordert sind. Erste Gräben zwischen privilegierten und unprivilegierten Schülern tun sich auf und die wenigen Starken herrschen über die vielen Schwachen. Die Methoden werden immer grausamer, bis schließlich eine Schülerin getötet wird. Es bleibt unklar, wer der Mörder ist – waren es vielleicht alle?

Unter dem Druck des Mordes bricht die Koalition der Starken zusammen, bis sich schließlich alle gegen den ehemaligen Anführer Finn (Robert Schmidt) richten, auf ihn einprügeln und dabei gar nicht merken, dass die Tür in die Freiheit wieder geöffnet ist.

Unterbrochen wird die dramatische Entwicklung durch abstrakte Wolfsszenen, in denen die Schüler verstört und marionettengleich durch den Zuschauerraum wandeln und zunehmend selbst zu Wölfen werden.

Als Rahmenhandlung dient die Ermittlung eines Kommissars (Robert Martin), der retrospektiv versucht, den Mord aufzuklären und dabei schließlich selbst verrückt und damit zum Wolf wird.

So steht am Ende die Erkenntnis, dass in jedem von uns ein Wolf schlummert, was die Frage des Kommissars aufwirft, ob es „nicht manchmal gerade die sind, die Gutes im Sinn haben, die Böses vollbringen.“

Inspiriert durch die vielen kleinen und großen Konflikte auf der Welt arbeitete der Grundkurs Darstellendes Spiel (DS) der Jahrgangstufe 13 unter der Leitung von Philippe Mund eineinhalb Jahre an dem selbstgeschriebenen Stück. Die etwa 150 Zuschauer waren sowohl von der Thematik als auch von der Umsetzung begeistert und feierten die Schüler mit standig ovations.

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