Von sprachlichen Höhen und menschlichen Niederungen: – Stephan Reich liest in der Herderschule Gießen aus seinen Werken „Wenn‘s brennt“ und „Everest“

Bedingt durch die Umbauarbeiten ist es schon etwas länger her, dass in der Herderschule Gießen regelmäßig Autor*innen aus ihren Werken gelesen haben. Am letzten Mittwoch hat Deutsch- und Englischlehrerin Inge Reich diese Tradition wieder aufgenommen und hofft auf Fortsetzung in neuen Räumen.

Auftakt dazu bildete die Lesung Stephan Reichs, der Germanistik, Anglistik und Soziologie in Münster studierte und mittlerweile als freiberuflicher Autor unter anderem für den Hessischen Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung schreibt. Seinen journalistischen Einstieg fand der bekennende Eintracht-Frankfurt-Fan in dem Magazin „11 Freunde“. Aus dieser Zeit stammt auch „Die Berechnung der Blutgrätsche“, eine Zusammenstellung verschiedener Beiträge, mit denen sportliche Phänomene mathematisch betrachtet werden.

Gelesen hat Reich indes aus seinen zwei Werken, die er als freier Autor verfasst hat und die erstaunlich vielseitig den ca. 150 Zuhörer*innen zeigte, was Sprache kann.

So wehte in seinem Lyrikband „Everest“ der Geist Gottfried Benns, mit dem sich der Autor eingehend befasst hatte, von sprachlichen Höhen nieder und gipfelte in kühne Wortverbindungen, deren Distanz in ihrer Dichtheit leider kaum von allen überbrückt werden konnte. In extremem Kontrast dazu zeigte der Einstieg in „Wenn‘s brennt“ eine (zumindest für unterrichtliche Verhältnisse) ungewohnt brachiale, aber auch humorvolle Wortwahl. Dennoch war es Stephan Reich wichtig zu erklären, dass das Buch nicht nur Entwicklungsroman dreier Freunde ist, sondern er auch über die menschliche „Monströsität“ nachdenkt, wie sie sich vor einigen Jahren in Ostdeutschland gezeigt habe, als Jugendliche aus purer Langeweile einen Menschen umgebracht hatten.

Die Lesung war nach anfänglicher Irritation erstaunlich erfrischend und vor allem für Schüler*innen vielseitig, unter anderem auch, weil Stephan Reich so authentisch und ehrlich über seine Arbeit und sein Leben berichtet hat und damit sicherlich einigen Anwesenden Perspektiven für eine späterer Berufswahl aufzeigen konnte.

Die erwähnten Bücher sind in die Bibliothek aufgenommen und können dort ausgeliehen werden.

(KUS)

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