So ein Müll! – Plastic Pirates Go Europe: Ein Umwelt-Projekt der EU an der Herderschule

Im November 2020 führten die Klassen 6c (Frau Frank), 6d (Frau Lee) und 5b (Frau Angerer) der Herderschule mit ihren Klassenlehrerinnen und Begleitlehrern (Frau Brixtel-Fenner, Herr Dröge, Frau Norwig und Herr Loos) das ganz besondere Umwelt-Projekt ‚Plastic Pirates Go Europe‘ durch. Für das internationale wissenschaftliche Forschungsprojekt der Europäischen Union begaben sich die Klassen zu unterschiedlichen Zeiten an das Ufer der Lahn, um dort den Umfang und die Art des Mülls zu bestimmen, zu kartieren und die Ergebnisse auf der Online-Karte einer wissenschaftlichen Forschungswerkstatt der Universität Kiel hochzuladen und so die Daten der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen.

Große Mengen an Müll gelangen über Bäche und Flüsse in die Meere. Doch nicht erst hier werden Mikro- und Makroplastik zur Gefahr für die Tier- und Pflanzenwelt. Wo genau der Müll in die Flüsse gelangt und welche Auswirkungen insbesondere der Plastikmüll auf die Lebewesen in Fließgewässern und Meeren hat, ist von großer Bedeutung für die Wissenschaft und beschäftigt Forscherinnen und Forscher weltweit. So wird auch der gesammelte Abfall aus der Lahn zu einer wertvollen Grundlage für die Klärung von bislang offenen Umweltfragen.

Zur Erhebung des Verschmutzungsgrades sammelte daher jede der drei Klassen mit der Vorgabe eines Zeitrahmens von ca. 3 Stunden auf einer Strecke von 120 – 150 m entlang der Lahn, auf dem Wasser sowie im weiteren ufernahen Bereich Müll ein. Die Klassen wurden dazu in kleinere Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben eingeteilt. Die Aufgaben unter anderem darin, mit einem Netz Mikroplastik und auch anderen Müll aus der Lahn zu fischen, Stichproben des Mülls am Flussufer zu kartieren so wie sich mit der generellen Müllvielfalt am Flussufer zu beschäftigten. Eine weitere Gruppe sorgte für die  Dokumentation und der Bestimmung der Herkunft des Mülls.

Nach der Auswertung der Ergebnisse waren Schüler wie Lehrerinnen überrascht, in welchem Ausmaß der an der Lahn untersuchte Bereich verschmutzt und vermüllt war, obwohl die Stadt Gießen ein paar Tage bis drei Wochen zuvor den Uferbereich gereinigt hatte. Nach ein paar Tagen fand die Klasse 5b (Frau Angerer) bereits über 2 kg Müll, wenige Tage später sammelten die Klasse 6c (Frau Frank) über 17 kg Müll und die Klasse 6d (Frau Lee) sogar über 23 kg an verschiedenen Uferstellen. Die Klasse 6d stellte fest, dass die zahlreichen im Aktionsbereich aufgestellten Mülltonnen zum größten Teil leer waren. Besonders schockierend fanden die Schüler, dass auf einer Länge von nur 120 – 150 m 56 leere Wodkaflaschen herumlagen.

Die beeindruckenden Ergebnisse und eindrücklichen Bilder dieser Umweltaktion unserer Schüler möchten dazu beitragen, Aufmerksamkeit und das Bewusstsein für das sensible System unserer Umwelt zu schaffen, nicht nur mit Blick auf weiter entfernte Strände und Meere, sondern auch und gerade für das fragile Öko-System in und an den Gewässern vor unserer Haustür.

(LOO)

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