Religions-Kurs der Jahrgangsstufe 6 besucht Gießener Synagoge

Am 16.05.2019 hat der evangelische Religions-Kurs der Jahrgangsstufe 6 eine ganztägige Exkursion zur Gießener Synagoge gemacht.

Morgens haben wir uns in der Schule getroffen und sind zusammen mit Herrn Weimann zu dem jüdischen Gotteshaus gelaufen, das im Burggraben 4 liegt. In der Synagoge hat uns dann Simon Beckmann, ein Mitglied der jüdischen Gemeinde, mit dem Haus und der jüdischen Geschichte vertraut gemacht.

Nachdem wir uns im Gemeindehaus gegenseitig vorgestellt hatten, erzählte uns Herr Beckmann, dass früher alle Namen von den Berufen der Menschen abhängig gemacht wurden. Seine Name, Beckmann, komme daher, dass seine Vorfahren Asche von Becken kratzen mussten.

Die Synagoge war viel kleiner als vorgestellt, aber sehr schön. Wir Mädchen sollten uns auf eine Art Empore setzen. So ist das auch bei einem jüdischen Gottesdienst: Männer und Frauen sitzen getrennt. Dann hat Herr Beckmann uns viel über das Judentum erzählt, dazu hatte er uns auch Sachen von Zuhause mitgebracht. Er hatte 6 Kippot (kleine kreisförmige Mützen), seinen Teffilin (Gebetsriemen) und seinen Tallit (Gebetsmantel) dabei. Wir durften auch Fragen stellen, die er uns sehr ausführlich beantwortete. Herr Beckmann erklärte uns auch wie die Gottesdienste im Judentum ablaufen und er zeigte uns die drei Thorarollen. Der Vorhang vor dem Thoraschrein wird immer von rechts nach links geöffnet, die Thora, die auf hebräisch geschrieben ist, wird immer von rechts nach links gelesen.

Nachdem wir uns die ganze Synagoge noch eine Weile anschauen durften, haben wir uns mit Herr Weimann auf unserem Weg zum Mahnmal auf dem Berliner Patz noch einige der Stolpersteine angesehen, jene goldenen Pflastersteine, die in den Boden eingearbeitet wurden und an die Juden erinnern, die in dem Haus, vor dem die Steine liegen, gelebt haben. Auf den Steinen stehen ihre Namen, ihr Geburts- und Todesdatum und wie sie getötet wurden.

Nachdem uns Herr Weimann am Mahnmal vor der Kongresshalle von der traurigen Geschichte der Gießener Synagogen erzählt hatte und wie sie niedergebrannt wurden, sind wir zum alten jüdischen Friedhof gelaufen. Besonders interessant war hier, die Unterschiede zwischen jüdischen und christlichen Gräbern zu sehen. Zum Beispiel ist auf keinem einzigen jüdischen Grab ein Kreuz zu sehen und anstelle von Blumen legt man Steine auf die Gräber, wenn man sie besucht. Nachdem wir uns den Friedhof nochmal in kleinen Gruppen anschauen durften, sind wir mit dem Bus zurück zur Schule gefahren.

Es war ein sehr toller und lehrreicher Ausflug mit zum Glück gutem Wetter 🙂

Nele Kaps

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