Herderschüler überzeugen mit eigener Inszenierung des Stückes „Die Physiker“

Sind wir in der Lage, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verantwortungsvoll umzugehen? Dient die Wissenschaft dem Individuum oder trägt sie letztendlich nur zur Zerstörung der Menschheit bei? Kann Wissen zum Schutz der Menschen zurückgenommen werden?

Mit diesen aktuellen Fragen beschäftigten sich 21 Herderschüler des Kurses Darstellendes Spiel (DS) der Jahrgangsstufe 12 unter der Leitung von Kathrin Cunz-Baumann. Grundlage dieser Auseinandersetzung lieferte die Tragikomödie „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt.

Im Mittelpunkt des Stückes stehen drei Physiker, die sich als Geisteskranke ausgeben und daher in einer Irrenanstalt untergebracht sind. Im Laufe der Handlung erfährt der Zuschauer, dass einer von ihnen, Möbius, die sogenannte Weltformel entdeckt hat, welche in den falschen Händen zur Vernichtung der Menschheit führt. Durch seine vorgespielte Verrücktheit macht er sich unglaubwürdig und versucht somit, sein Wissen geheim zu halten. Allerdings sind die beiden anderen Physiker in Wirklichkeit Agenten, die Möbius´ Kenntnisse für ihre jeweiligen Interessen nutzen möchten. Um ihre Identität nicht auffliegen zu lassen, sind alle drei gezwungen, einen Mord an einer Krankenschwester zu begehen, was zu polizeilichen Ermittlungen führt. Möbius kann schließlich beide Kollegen davon überzeugen, zum Schutz der Menschheit in der Irrenanstalt zu bleiben und so das Wissen sicher verwahrt zu lassen. Es scheint, als wäre ein gutes Ende gefunden, bis sich die Chefärztin, Mathilde von Zahnd, als einzig wirkliche Geisteskranke offenbart und verkündet, an Möbius´ Wissen gelangt zu sein, um dieses für ihre Zwecke zu missbrauchen. Durch die von ihr eingefädelten Morde sind die drei Physiker nicht mehr in der Lage, die Pläne der Ärztin zu verhindern.

Mithilfe der im Unterricht behandelten theatralischen Mittel gelang es dem Kurs im Laufe des letzten Halbjahres eine eigene Inszenierung des Stückes zu erarbeiten, die unterhaltsam und fesselnd war, aber auch die wesentliche Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Menschheit nicht aus dem Blick verlor. Dass die Schülerinnen und Schüler sowohl mit ihrer schauspielerischen Leistung als auch durch ihre Kreativität bei der Umsetzung überzeugten, spiegelte der große Applaus der insgesamt 500 Zuschauer nach allen drei Aufführungen wider.

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