Fahrt in das NS-Dokumentationszentrum (EL-DE Haus) nach Köln

Insgesamt fuhren 132 der 137 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 der Herderschule nach Köln, um an einer Führung im Stadtteil Ehrenfeld und im NS-Dokumentationszentrum selbst teilzunehmen.

Aufgrund der hohen Anzahl wurden insgesamt sieben solcher Führungen gebucht, welche zeitversetzt gestartet wurden. Treffpunkt war die St. Joseph Kirche im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Dort wurden die Gruppen mit der politischen Situation dieses Stadtteils zur Zeit der Machtergreifung Hitlers vertraut gemacht. Ehrenfeld, als typisches Arbeiterviertel, war somit eher sozialistisch bzw. politisch links geprägt, wodurch sich die NSDAP mit ihrer Gruppierung SA besonders auf dieses Viertel konzentrierte, um Anhänger zu gewinnen. Der Vortrag wurde stets mit Bildern unterstützt, um den Schülerinnen und Schülern eine bessere Vorstellung von der damaligen Zeit zu vermitteln. An mehreren Beispielen von Jugendlichen wurde verdeutlicht, wie diese sich zur Zeit den Nationalsozialismus zu verhalten hatten, bzw. was ihnen drohte, wenn sie sich, wie es die Edelweißpiraten in Köln-Ehrenfeld taten, nicht anpassten. Sehr anschaulich wurde auch die Situation während des Krieges dargestellt. Vor einem überirdischen Luftschutzbunker berichtete die Gruppenführerin von der schwierigen Gestaltung des Alltages zur damaligen Zeit und wie verschiedene Mitglieder der Edelweißpiraten versucht haben, Lebensmittel vom Schwarzmarkt zu erhalten bzw. aus dem nahegelegenen Güterbahnhof zu stehlen.

Bevor es dann mit der U-Bahn zum NS-Dokumentationszentrum ging, welches das ehemalige Gestapo-Hauptquartier der Stadt Köln war, leitete die Stadtführerin diesen Besuch mit der Geschichte von einigen Edelweißpiraten ein, welche am 08. November 1941 von den Nationalsozialisten öffentlich erhängt wurden. Dies geschah am Originalschauplatz, an dem seit einigen Jahren eine Gedenktafel für die hingerichteten Edelweißpiraten hängt.

Im NS-Dokumentationszentrum selbst wurde den Schülerinnen und Schülern die Geschichte des Gebäudes und dessen Bedeutung erklärt. Im Keller hatten sie die Möglichkeit, die Zellen zu besichtigen, welche teilweise noch im Originalzustand erhalten sind. Dies war der beeindruckendste Teil der Führung, da den Schülerinnen und Schülern an dieser Stelle die bedrückende und ausweglose Situation der Insassen bewusst gemacht wurde. An der Wand der Zellen befanden sich immer noch Originalinschriften der ehemaligen Häftlinge. Hierbei wurde wieder besonders auf Inschriften von Mitgliedern der Edelweißpiraten hingewiesen, welche sich vor allem mit ihren typischen Liedern dort verewigten.

Außerdem bekamen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die katastrophalen hygienischen Bedingungen, welche die Häftlinge über sich ergehen lassen mussten. So wurde ihnen maximal zweimal am Tag erlaubt, die Toilette aufzusuchen. Die Vorstellung, wie die Situation mit annährend 20 Häftlingen in einer solchen Zelle gewesen sein muss, konnte gut vermittelt werden, da die Gruppen eine ähnliche Größe hatten, mit denen wir tatsächlich eine solche Zelle von innen betraten.

Die Führung durch den Stadtteil Ehrenfeld mit der anschließenden Führung durch das ehemalige Gestapo-Hauptquartier war für die Schülerinnen und Schüler eine eindringliche Erfahrung, welche das Vorwissen aus dem Unterricht gut unterstützt. Besonders die Lesung aus Dirk Reinhardts Buch „Edelweißpiraten“, welche der Autor selbst im März dieses Jahres an unserer Schule gehalten hat, konnte dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler für die Situation damaliger Jugendlicher sensibilisiert wurden.

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