Eindrucksvolle Inszenierung und Schultheater „auf hohem Niveau“

ds_lopez_14_1In der Herderschule präsentierte der 12er Grundkurs für Darstellendes Spiel von Frau López ihr beeindruckendes Theaterstück „Veränderungswürdig“, was aus vielen kleinen Szenen bestand, welche sich zur Collage zusammenfügten. Bereits die Eröffnungsszene fokussierte das zentrale Thema des performativen Theaters „Hilfe und deren Auswirkungen“. Im Anschluss erfolgte eine Szene, die ein Gespräch bei einer Versicherung darstellte. Zwei Kunden möchten lediglich ihr Auto versichern, unterschreiben aber durch Nachdruck der Versicherungsangestellten eine teure Lebensversicherung, die sie sogar vor vermeintlichen Vulkanausbrüchen oder Haiattacken versichert. Die Szene endet damit, dass die Kunden von den Versicherungsvertretern mit Seilen symbolisch an ihren Vertrag festgebunden werden, die Seilenden wiederum wurden den Zuschauern übergeben. Nun sprachen die gefesselten Darsteller das Publikum direkt an und baten sie, ihnen zu helfen. Immer wieder wurde das Publikum in das Stück miteinbezogen, sodass sich jeder einzelne die Frage stellen konnte, ob er denn nun hilft oder die Hilfe anderen überlässt.

Ferner griffen die Darsteller auf Formen des epischen und biographischen Theaters zurück, indem sie keine Rolle spielten, sondern als echte Schüler über ihre persönlichen Erfahrungen mit Hilfe sprachen oder den Zuschauern Bilder von Menschen zeigten, die sie in ihrem Leben positiv beeinflusst haben. Die Schüler setzten sich ebenso mit unterstellter Hilfeleistung auseinander. In diesem Kontext präsentierten sie eine mitreißende Demonstration, in der die Vorratsdatenspeicherung und die Handyausspähung der Kanzlerin angeprangert wurden. Die Kanzlerin selbst jedoch lediglich mit einem Zucken reagiert und wieder in ihre gewohnte Pose der zusammengefalteten Hände verfällt. Eindrucksvoll wurde die Räumlichkeit des Bibliotheksfoyers genutzt. Schließlich wurde auf drei Bühnen gespielt und mit Hilfe von Overheadprojektionen eine Bühnenkulisse geschaffen, die dynamische Schattenbilder hervor rief. Zu der Entstehung des Stücks sagte die Darstellerin Johanna Rollshausen: „Das Stück ist das Ergebnis und die direkte Umsetzung von Ideen, die wir entweder im Unterricht selbst oder in Klausuren erarbeiteten. Beispielhaft ist so auch die Demonstrationsszene entstanden, die unser Mitschüler Simon Seibert im Zuge einer Klausur mit dem Thema „Unterlassene Hilfeleistung“ kreierte und nach seinen Vorstellungen inszeniert wurde.“ Am Ende des Stückes konnte man beobachten, dass die Zuschauer gefesselt vom Schauspiel angeregt über die einzelnen Geschichten und deren Themen sprachen. „Nachdem ich im vergangenem Jahr das Bühnenstück „Sei dein Schein!“ des DS-Kurses von Frau López sah, war ich überzeugt, dass ich in diesem Jahr das Stück „Veränderungswürdig“ auf keinen Fall verpassen wollte. Erneut sticht für mich das hohe Niveau von Schultheater hervor, welches an der Herderschule seinen festen Platz gefunden hat.“ sagt der begeisterte Zuschauer und Germanist Michael Freiberg.

Am Dienstag, den 01.07. um 18 Uhr und Mittwoch, den 02.07. um 10.00 Uhr wird der Kurs im Rahmen der Mittelhessischen Schultheatertage 2014 gemeinsam mit anderen 280 Schülern aus unterschiedlichen mittelhessischen Schulen „Das Badener Lehrstück vom Einverständnis“ von Bertolt Brecht im Stadttheater Gießen aufführen. Es wird herzlich dazu eingeladen.

(Bild: Die Darsteller Johanna Rollshausen als die vermeintliche Kanzlerin und Simon Seibert als der amerikanische Präsident während einer Demonstration gegen Vorratsdatenspeicherung und Handyausspähung der Kanzlerin.)

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