Edinburgh mal anders: Berufspraktikum in der schottischen Metropole

Vergangenen Monat machten wir uns zu dritt auf die Reise in das nur scheinbar unscheinbare Edinburgh, das, wie es sich herausstellte, weitaus mehr verbarg, als anfangs vermutet. Aus den unterschiedlichsten Gründen an Auslandspraktika interessiert, meldeten wir uns zu Beginn des Jahres für den Austausch an. Ob man nun seinen Lebenslauf auf Vordermann bringen, Berufserfahrungen sammeln oder einfach eine interkulturelle Begegnung haben wollte, Edinburgh bot für alles die richtige Gelegenheit.

Auch dieses Jahr gab es ein buntes Programm mit den verschiedensten Praktikumsplätzen, von Krankenhäusern, über Tonstudios, bis hin zum Kindergarten. In der ersten Woche hatte jeder von uns die Möglichkeit sich einen dieser Berufszweige näher anzuschauen. Anders als in vielen Praktika durften wir sogar nicht nur hinter die Kulissen dieser Institutionen blicken, sondern konnten aktiv einen Beitrag leisten. Die Herzlichkeit unserer Betreuer ermöglichte es uns, einen großen Einblick in den jeweiligen Beruf zu erwerben, egal, ob man nun bei komplexeren und umfangreicheren Operationen dabei sein, am Mischpult mitregeln oder bei der Betreuung der Kinder helfen konnte, wir wurden stets willkommen geheißen.

In der zweiten Woche haben wir anschließend ein zweites Praktikum an der ESMS Junior School absolviert. Über die 2. und 3. Klasse verteilt, konnten wir die Lehrer im Unterricht unterstützen, hatten aber zusätzlich die Möglichkeit, einen Einblick in das schottische Schulsystem zu gewinnen. Es ist verblüffend, wie unterschiedlich die Systeme doch sind. In Schottland hat man beispielsweise schon mit Einstieg in die 1. Klasse Nachmittagsunterricht und dieser endet jeden Tag gegen 15 Uhr. Es gibt mit Sicherheit einiges, was man noch voneinander lernen kann, Schotten und Deutsche gleichermaßen.

Vormittags auf der Arbeit, hatten wir unsere Nachmittage zur freien Verfügung, an denen wir die wunderschöne Stadt Edinburgh nun endlich erkunden konnten. Anders als mit dem Austausch in der 9. Klasse, konnten wir unser Programm mehr nach unserem Belieben gestalten, das bot uns viel Freiraum. So haben wir es auch geschafft, uns mehrmals  mit unseren Austauschpartnerinnen zu treffen. Bei solchen Gelegenheiten hatten unsere Austauschpartnerinnen beispielsweise einen Escape-Room organisieren können, in dem wir unsere Teamfähigkeit unter Beweis gestellt haben.

Als kleinere Gruppe hatten wir die Möglichkeit, uns untereinander besser kennen zu lernen. Bei der Jubiläumsfeier zum 25. Jahr des Austausches sprachen Anwesende in Gießen davon, wie dieser Austausch ihr Leben verändert und bereichert habe. Zu Beginn klang dies erstmals sehr weit hervorgeholt. Nachdem wir es aber selbst erlebt haben, verstehen wir nun, wie bei diesem Austausch lebenslange Freundschaften entstehen. Ein halbes Jahr später, bei der Jubiläumsfeier in Edinburgh saß man schließlich nicht mehr bei Bekannten, sondern vielmehr bei einer neu entstandenen Familie.

Wenn man nicht nur wegen des großen kulturellen Angebots und der überall greifbaren Stadt- und Landesgeschichte nach Edinburgh reisen möchte, dann auf jeden Fall wegen der Menschen und der Gemeinschaft, die dort entstehen kann.

Maria Platt (Jg. 12)

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