„Digitale Welten“- Herderschüler inszenieren abwechslungsreich eigene Stücke

Isolation, Scherzanrufe oder auch Mobbing waren unter anderem einige der Themen, die die Schülerinnen und Schüler für Darstellendes Spiel der Jahrgangsstufen 5-12 dieses Jahr bei „Kultur im Container“ unter dem Motto „Digitale Welten“ am Freitag, den 4.Mai 2018 eindrucksvoll inszenierten. Nach den erfolgreichen Aufführungen in den vergangenen Jahren hat sich das Prinzip der „Containerwelten“ an der Herderschule bewährt. Die Oberstufensäle im weißen Container dienen hierbei jeweils als Bühneraum, in dem die Schülerinnen und Schüler ihre selbst erarbeiteten Szenen zu unterschiedlichen Uhrzeiten präsentieren und somit ein indiviuduell zusammenstellbares etwa zweistündiges Programm für die Besucher entsteht. Das Fach Kunst ist ebenfalls vertreten, indem Bilder und plastische Schülerarbeiten in einem der Räume ausgestellt werden. Das Projekt ist aus der Not entstanden, da die Herderschule aufgrund des Umbaus der Schule über keine Aula verfügt. Aber nach dem 3. erfolgreichem Jahr der Veranstaltung „Kultur im Container“ möchte man als Zuschauer diesen besonderen kulturellen Abend, der jedes Jahr unter einem neuen Motto steht, nicht mehr missen. Schließlich gestaltet sich der Theaterbesuch wesentlich intensiver und direkter, wenn man keine räumliche Distanz zu dem Schauspiel hat.

„Darstellendes Spiel an der Herderschule verfolgt den Ansatz, dass der Schüler und seine Ideen im Zentrum stehen und diese mittels Impulse seitens der Lehrkraft weiterentwickelt und kreativ umgesetzt werden“, sagt die Darstellendes Spiel- Lehrerin Kathrin Cunz-Baumann. So haben die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse in ihrer Szene „Trau Dich!“ unter der Leitung von Frau Lopez-Jansen die Zuschauer direkt in ihr Spiel eingebunden, indem sie mitten unter den Zuschauern saßen und es sich erst während des Spiels herauskristallisierte, dass das Publikum in der dargestellten Szene zusammen mit den Darstellern eine Schulklasse in einem echten Klassenraum bildete. Es wurde viel und herzlich gelacht, als dann auch noch die Darsteller die Zuschauer, so z.B. den Schulleiter Herr Tross, als Schwätzer bei der vermeintlichen Lehrerin verpetzten, der somit einen Eintrag an der Tafel erhielt. Die Schülerinnen und Schüler berichteten von ihrer Traumschule, in der man Handys benutzen darf und YouTuber die Lehrer sind. Dunkel wurde es bei der Aufführungen des Stückes „Hast Du Zeit?!“ des 9er Kurses von Frau Nevermann. Als Beleuchtung wurde zunächst nur das Licht der Handys gebraucht und anschließend mit Overheadprojektor Helligkeit erzeugt, sodass mittels des Umgangs unterschiedlicher Lichtquellen eine ganz besondere Stimmung erzeugt wurde. Die Schüler machten auf charmante Art und Weise Onlinedating und seine Folgen zum Thema, indem es nicht wie so oft üblich als oberflächlich und kritisch dargestellt wurde, sondern als Chance die „echte Liebe“ zu finden. Eine Gruppe des 11er Kurses von Frau Cunz-Baumann thematisierte tiefgehend die Informationsvermittlung via Twitter von Machthabern wie Präsidenten und welche verheerenden Folgen falsch getwitterte Nachrichten haben können. Echte Menschen anrufen und dabei die Zeit messen, wie lange der Zuschauer den Fremden am Telefon halten kann, dies war Inhalt des Stückes „Bitte was?!“ der 12er von Frau Lopez-Jansen, die mit ihrer Gameshow mit performativen Anteilen den Zuschauer live an einem Scherzanruf teilhaben ließen. Die Ausstellungsarbeiten der Bildenden Kunst zu dem Thema „Digitale Welten“ rundeten das wundervolle kulturelle Angebot der Veranstaltung „Kultur im Container 2018“ ab.